Als Fritz Rosenthal 1913 in München geboren als Schalom Ben Chorin 1999 in Jerusalem verstorben, blieb er im Herzen seiner Geburtsstadt immer verbunden. „Doch irgendwann habe ich loslassen können“, sagt Avital Ben Chorin, seine Frau die weiterhin in Jerusalem lebt, und entschied, dass das ‚Arbeitszimmer’ ihres Mannes nach München gehört. Mit Schreibtisch, allen Büchern und Bildern findet der Nachlass des jüdischen Religionsphilosophen und Schriftstellers, eines großen Versöhners zwischen Juden und Christen, seine endgültige Heimat im dritten Stock des Münchner Stadtarchivs.

So kehrt heim, was geistig immer zu Hause war, „im besonderen Zweistromland zwischen Jordan und Isar“, wie er selbst es nannte. Schon 1956 war er erstmals in die Stadt seiner Jugend zurückgekehrt, welche er 1935 verließ, nachdem ihn SA-Leute auf offener Straße blutig zusammengeschlagen hatten. Schalom Ben Chorin lehrte als Gastprofessor in München und Tübingen, er ist Träger der Ehrendoktorwürde der evangelisch-theologischen Fakultät an der Ludwig-Maximilians-Universität, Ehrenmitglied der Kulturgemeinde und der Münchner liberalen jüdischen Gemeinde Beth Shalom.