Nicht nur Zentrum der Stadt, Sitz des Bürgermeisters und aller wichtigen Stadtangelegenheiten, vor allem Treffpunkt vieler Münchner Verabredungen auf dem Platz vor dem Rathaus, dem Marienplatz unter dem Glockenspiel im Rathausturm und an der Mariensäule, auf der die Patrona Bavariae und Schutzherrin der Stadt wacht.

Auch historische Inthronisationsstätte war und ist das Rathaus immer dann, wenn die Jubelkarawane den oftmaligen Deutschen Fußballmeister Bayern München vom Flughafen ins Rathaus begleitete und dieser sich in Champagnerlaune auf dem Rathausbalkon von seinen Fans feiern ließ.

Vertraute Frontansicht, eher unbekannte Silhouette im Innenhof im scharfen Kontrast zum weißblauen Himmel, im erfrischenden Schatten zur gastronomischen Siesta animierend, im tiefen Keller mit traditioneller Rathausgastronomie aufwartend, im hinteren Flügel mit Kunst reussierend. Alles das ist, neben allen üblichen Funktionen des Regierens und Verwaltens, das ganz verschieden genutzte Münchner Rathaus. Auffallend auch seine professionelle Selbstvermarktung.

Rundherum verkauft es seine zentrale Lage auf allen vier Seiten, sich selbst schmückend, mit attraktiven Läden ganz verschiedener Art.

Aussehend wie eine gotische Kathedrale, in Etappen erbaut in den Jahren zwischen 1867 bis 1909, ist es eigentlich erst 100 Jahre alt. Seine flämische Gotik, damals im Vergleich mit den griechischen, römischen und florentinischen Bauwerken des anderen Münchens aus der Ära König Ludwig I. heftig kritisiert und verhöhnt, ist heute angenommen. Das Rathaus gilt als eines der Wahrzeichen Münchens und ist nicht nur wegen seines Glockenspiels berühmt und beliebt.