Zehntausend Kerzen werden entzündet, wenn am Mittsommernachtswochenende im Schlosspark von Schloss Benrath die Musik Rossinis, Ravels, Tschaikowskys erklingt, wenn sich tausende von Klassik-Fans entspannt und genussvoll der romantischen Stimmung des illuminierten Schlossparks, den tanzenden bunten Wasserfontänen und dem abschließenden synchronen Musikfeuerwerk hingeben.
Ein Lustschloss à la France sollte es von Anfang an sein, die ‚Maison de Plaisance’ des Kurfürsten Karl Theodor, ein Meisterwerk seines Baumeisters Nicolas de Pigagé. Den 5-teiligen Schlosskomplex arrangierte er um den künstlich angelegten Weiher der im Gegensatz zum klassischen ‚Cour d’honneur zwar den direkten Blick auf das Schloss und seine Schönheit, aber nur eine erwartungsvolle Annäherung von der Seite, auf dem ‚Umweg’ zuließ. Mit der ausladenden Gliederung der Schlossfassade überspielte Pigagé die verhältnismäßig kleinräumige Verschachtelung des Inneren.
Die insgesamt 80 Räume des Schlosses sind über zwei Innenhöfe und sieben Treppen verbunden. Dieser Verzicht auf übliche Treppenanlagen entsprach den Wünschen des Fürsten – commodité, bienséance, convenance – und unterstreicht den privaten Charakter des ‚Hauses’. Die Fürstlichen Wohnräume selbst platzierte Pigagé – statt in einer Beletage – im Erdgeschoss. So konnte Karl Theodor unmittelbar auf die Terrasse, in den Lustgarten und den Park treten. Womit auch wir wieder im 612.000 Quadratmeter großen Park und seinen Wasserläufen, und vielleicht im Sommernachtstraum sind.

