DER KREUZ- UND QUER DENKER

Ein Düsseldorfer par excellence. Er studierte Sozialpädagogik, Entwicklungshelfer in Chile wollte er werden. Aber Querdenken, Seitwärtseinsteigen und Kunstzuneigung hatte er in den Genen und alle drei Eigenschaften beschreiben bis heute seine Person. „Quer“ ist eines seiner bevorzugten Worte und sein horizontales Denkvermögen zeigt ihm wohl auch die (den Anderen verborgenen) Seiteneinstiege zu seinen sehr erfolgreichem Unternehmungen der ganz verschiedenen Art. Apropos Art: Nomen est omen. Die Kunst zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben und alles, was er anpackt. Sein Kunstverständnis wurde stark von der Düsseldorfer Kunstakademie, ihren Studenten und Professoren geprägt. Gerhard Richter beeindruckte ihn sehr. Noch vor dem Examen eröffnete er eine Galerie.

Auch als Kunsthändler war er unterwegs und mit mehreren Dependancen in anderen Städten wurde dies ausgesprochen erfolgreich. Aber Quer- und Seitwärtsdenken ließen ihn weiterhin nicht in Ruhe, trieben ihn – ohne Fortune – bis in die Präsidentschaft des führenden Düsseldorfer Fußballclubs und bis an den Strand des Medienhafens. Hier jedoch wendete sich Göttin Fortuna nicht ab.

Keineswegs gestrandet, landete Achenbach hier einen Riesen-Coup und zauberte die Insel der Affen aus dem Hut. Hintergrund: Er hatte seinem Freund Jörg Immendorff mehrere Affenskulpturen finanziert. Einige von ihnen wurden auf die Insel im Medienhafen gebracht. Immendorff steuerte dann noch die Skulptur eines bechernden Affen bei, und die Strandbar „Monkey’s Island“ war geboren. Gemessen am vier Sommer langen Verkehrschaos war der Riesenerfolg dieser gastronomischen Outdoor-Offensive nicht zu übersehen. Der Stadt war und wurde die Unternehmung zum Dorn im Auge, und der Strand wurde geschlossen. Die Affen waren zwar vertrieben, tauchten jedoch anderen Orts als gastronomisches Highlight mit auffallend viel Kunstverstand wieder auf. Helge Achenbach ließ damals grüssen, ist heute jedoch schon wieder ganz woanders, ist in seinem Büro hoch oben über dem Medienhafen kreativ kreuz und quer unterwegs auf der Suche nach weiteren Einstiegsmöglichkeiten, selbstverständlich seitwärts. Das alles hört sich etwas schillernd an, ist es in seiner Person aber nicht. Er wirkt ruhig, aber wach, gibt sich sportlich seriös, ist relaxt, wirkt aufgeschlossen und flexibel, kennt Hintergründe und hat Kunstverstand, passt voll und ganz als Mensch und Person in die nordrheinwestfälische Metropole der Modernen Kunst.