Es gibt einen Tag im Karneval, der für die Männerwelt gefährlich wird. Da bewaffnen sich alle streitbaren Frauen mit Scheren und lauern den Männer auf. Freundlich sich hinter ausgelassener Fröhlichkeit versteckend, muss Mann vor allem dort mit ihren Überfällen rechnen, wo Schlipsträger (Krawatten) unterwegs sind. Ausgerechnet an diesen ausgelassenen feuchtfröhlichen Tagen sind natürlich die Düsseldorfer nicht im Schlips unterwegs. Deshalb sind besonders alle Auswärtigen, Unkundigen oder Ignoranten gefährdet. Vor allem Business-Leute, die dem Zwang zur Krawatte ausgesetzt sind.

Und nun zur Tätlichkeit, damit Sie wissen, was auf Sie zukommt: Wild schreiende Frauen, mit einer Schere fuchtelnd, die, wie man erschreckt denkt, einem an die Kehle wollen, sich aber dann zum Glück wie verabredet am Schlips festkrallen und diesen dann kurz unter dem Knoten abschneiden. Das ist der ganze Akt, der anscheinend zu großer Befriedigung bei den Scherenbesitzerinnen führt. Denn sofort wenden sie sich unter großem Triumphgeheul ab und schwenken wie siegreiche Indianer den Skalp, das Schlipsende in der Luft. Eingeweihte meinen, der Skalp wäre eine Fehlinterpretation, ein ganz anderer männlicher Körperteil wäre gemeint. Männer, der Tag, an dem dies alles passiert, heißt Weiberfastnacht. P.s.: Es gibt Männer, die an diesem Tag (stillschweigend) jenen Schlips umbinden, den sie eigentlich schon immer entsorgen wollten.