Kein Geringerer als der israelische Schriftsteller Amos Oz sagte das, als er 2008 den Heine-Preis verliehen bekam. Er ergänzte: „Heine lehrte uns, dass Humor und Ironie die besten Mittel gegen Extremismus und Engstirnigkeit sind.“ Beim Eintrag in das Goldene Buch der Stadt schrieb er ergänzend: „Heine gehöre zu einer Zeit der Wunder in der jüdisch-europä­ischen Geschichte. Damals seien Europas Juden an die Universitäten und Akademien, in die Ateliers und Laboratorien geströmt und Teil des „Architekten-Teams“ der Moderne geworden. Europa sei einst das Gelobte Land für viele seiner Ahnen gewesen, bis es sich brutal gegen sie wandte. Und dennoch, so Oz: „Moderne Demokratie, Humanismus und Gerechtigkeit sind die Früchte des großen jüdisch-europäischen Millenniums. Es ist das gemeinsame Erbe von Heinrich Heine, von mir, von Ihnen allen hier in diesem Saal."

Die Laudatio hielt Dr. Richard von Weizsäcker, deutscher Bundespräsident a. D. und Heine-Preisträger des Jahres 1991. Den Preis überreichte der Bürgermeister. Der Heine-Preis wird seit 1972 verliehen. Anfänglich alle drei Jahre, inzwischen alle zwei. Er ist heute mit 50 000 Euro dotiert und war anlässlich des 175. Geburtstags Heinrich Heines als Kulturpreis von der Stadt Düsseldorf gestiftet worden.