Zum Besuch von Berlin gehört – wie die Akropolis zu Athen – ein Spaziergang zwischen Brandenburger Tor und Schlossbrücke ‚Unter den Linden’. Hier ist und war das kulturelle Zentrum der Stadt. Ursprünglich waren die „Linden”, wie der Berliner seinen schönsten Boulevard nennt, ein Reitpfad, auf dem die preußischen Kurfürsten vom Stadtschloss in ihre Jagdgründe, den „Tiergarten”, ritten. Der Pariser Platz vor dem Wahrzeichen der Stadt, dem Brandenburger Tor, galt einst als schönstes Platzensemble und nobelste aller Wohnadressen. Mit dem Wiederaufbau der Gebäude nach dem Mauerfall ist es gelungen, an diese glanzvolle Zeit der Vorkriegszeit anzuknüpfen und die Verbindung zu den Linden wieder herzustellen.

Hinter der Friedrichstraße dann erwartet Sie eines der schönsten Ensembles Europas, das Forum Fridericianum. Hoch zu Ross begrüßt Sie der berühmteste Preußenkönig, Friedrich der Große. Von Christian Daniel Rauch entworfen und in Bronze gegossen, kam das Reiterstandbild erst 1980 aus seinem Potsdamer Exil auf die Linden zurück.

Friedrich der Große, der ein feinsinniger Kunstkenner und Förderer war, schwebte mit dem Forum Fridericianum ein groß angelegtes Kulturzentrum aus Oper, Bibliothek und der St. Hedwigskirche vor. Kein Geringerer als der berühmte Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff setzte diese ehrgeizigen Pläne des Königs um. Kernstück des Forum Fridericianum war für den hochmusikalischen König das Opernhaus.

Auf der anderen Seite der Linden residiert die Humboldt-Universität im ehemaligen Palais des Bruders von Friedrich dem Großen. Viele Geistesgrößen haben dort gelehrt: Hegel, Fichte, Einstein, Rudolf Virchow und Max Planck. Links daneben thront das mächtige neobarocke Gebäude der Staatsbibliothek. Genießen Sie die Stille im idyllischen, efeubewachsenen Innenhof. Eine architektonische Besonderheit ist die schlichte, klassizistische Neue Wache rechts neben dem Universitätsgelände: Es war das erste Gebäude, das Friedrich Schinkel, der große Baumeister Preußens, im neuen Stil des Klassizismus 1818 bauen durfte. Heute mahnt uns das ehemalige königliche Wachhäuschen an die Opfer von Krieg und Gewalt. Einen würdigen Abschluss der Linden bilden vor der Schlossbrücke das Zeughaus, der älteste Barockbau Berlins, und das gegenüber liegende Opernpalais. Das Zeughaus war ursprünglich als königliches Waffenarsenal errichtet worden. Seit 2004 hat hier nun das Deutsche Historische Museum endgültig seine Ausstellungsräume bezogen.