Leidenschaft wirkt auf den Körper wie Stress; da ist es egal, ob sie einer schönen Frau oder einem schönen Bild begegnen“. „Wenn ich ein Kunstwerk kaufe, verändert sich mein Körper hormonell.“ Der Mann, der dieses sagt, ist Endokrinologe, Hormonkundler. Der Herr Professor ist Arzt und er kauft des Öfteren Kunst, alte, neue, freie Kunst. Seine Liebe hierzu hat ihn zum Sammler gemacht, und er hat sich und seiner Sammlung ein eigenes Reich geschaffen. Den ‚Me Collectors Room Berlin’ In der Auguststraße 68. Das anfängliche ‚Me’ will er als ‚moving energies’ verstanden wissen.

Vielleicht hätte er es anders verständlicher schreiben können. Für sich ist die private Kunsthalle von Thomas Olbricht durchaus ein Highlight in der sich immer mehr entwickelnden Berliner Kunstszene. Mitten auf der Galerienstraße Nr. 1 der Hauptstadt, in exponierter Lage, dominiert die von Glas und Beton dominierte Nr. 68 fast präpotent die traditionelle Häuserfront. Ein auf den ersten Blick zu findender Hot Spot. Die aus mehr als 2000 Werken bestehende Sammlung ist hochkarätig.
Die erste Ausstellung ist klug und bescheiden, lässt sie doch jungen Künstlern den Vortritt und lässt Olbricht (bitte um Verständnis!) vorerst Cindy Sherman, Marlene Dumas, Maurizio Cattelan, Jake and Dinos Chapman Richard Prince und andere Größen im Hintergrund. Als ’Spot in the Spot’ gibt es auch noch Dr. Olbrichts Wunderkammer voller Kuriositäten. Reaktionär alles eine Sache der Hormone, wie der Professor schon sagte.

