Bei den Berlinern nur als Ku’damm bekannt, ist der Kurfürstendamm die wichtigste Ader im westlichen Teil der Stadt. Auf 3,5 km zieht er sich als breite, weltstädtische Flaniermeile durch Charlottenburg, mit doppelten Fahrspuren zu beiden Seiten und einer Mittelpromenade mit Baumreihen. Bismarck war es, dem solch ein prachtvoller Boulevard mit edlen Geschäften und großbürgerlichen Wohnhäusern im Stile der Pariser Champs-Elysées vorschwebte, als er am Ende des 19. Jahrhunderts den staubigen Knüppeldamm zwischen der Hohenzollern- Residenz in der Stadtmitte und dem kurfürstlichen Jagdschloss im Grunewald ausbauen ließ. Die neuen Häuser waren herrschaftliche Wohnhäuser, in deren Sockelzonen sich Geschäfte niederließen. An den Ecken Wieland- oder Leibnitzstraße können Sie noch die Pracht finden, mit denen die Häuser dem Repräsentationsbedürfnis ihrer Bewohner entsprachen. Sogar die Straßenecken wurden mit geradezu verschwenderischer Lust gestaltet.

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Ein gutes Beispiel dafür ist das „Idunahaus” mit dem mondänen Turmaufbau an der Ecke zur Uhlandstraße. Überhaupt, hier und in den Seitenstraßen spüren Sie noch viel von dem großbürgerlichen Lebensgefühl und dem feinen Lebensstil früherer Zeiten. Dafür sorgen nicht zuletzt auch die Flagshipstores aller internationalen Modemarken, die sich zusammen mit edlen Restaurants in dem Abschnitt zwischen Olivaer Platz und Joachimsthaler Straße aneinanderreihen.

Die Krönung von allem ist allerdings die Fasanenstraße. Dort befinden sich nicht nur teuerste Geschäfte und Galerien, sondern auch hochherrschaftliche Prachtbauten aus der Gründerzeit, darunter die legendäre Grisebach Villa. Benannt nach ihrem Architekten Hans Grisebach, beherbergt sie heute die wohl etablierteste Galerie Berlins, die Galerie Pels-Leusden und das bekannte Auktionshaus Villa Grisebach. Beide agieren als wichtige Impulsgeber für das Kulturleben der Stadt: Neben der klassischen Moderne und bekannten Berliner Künstlern wie Corinth, Kollwitz und Zille, werden besonders auch junge Berliner Bildhauer und Maler gefördert. Aus der Sammlung Pels-Leusden ging auch das Käthe-Kollwitz-Museum hervor, das im Nachbarhaus seine Schätze zeigt.

Ein kleiner Skulpturenpark bringt Sie nun zu einer wahren Oase inmitten der Großstadthektik: das Literaturhaus mit dem Café Wintergarten. Die wunderschöne alte Villa liegt etwas zurückversetzt gleich nebenan in einem idyllischen Garten. Vielleicht haben Sie Glück und Sie kommen gerade rechtzeitig zu einer der regelmäßig veranstalteten Autorenlesungen. Ansonsten ist aber auch das Café schon einen Besuch wert. In den hohen, altmodischen Räumen und der überdachten Loggia weht das Flair der Wiener Kaffeehäuser und Sie können sich bei einer Tasse Kaffee genüsslich hinter einer der vielen Zeitungen verschanzen, die dort für Sie zum Lesen bereitliegen.

Theater am Kurfürstendamm

THEATER & KOMÖDIE AM KU‘DAMM

In den 20er-Jahren Teil des Theaterimperium Max Reinhardt, gibt es heute in beiden Boulevard-Theatern Leichtverdauliches: aktuellst Comedian Harmonists, deren „Veronika, der Lenz ist da“ und „Jetzt oder nie“ großen Zulauf erleben. Unvergessliche Gesichter beider Bühnen: Berlins Liebling Harald Juhnke, Inge Meysel, Johannes Heesters, Nadja Tiller, Curd Jürgens.