Kein Zweifel, der Trend im Berliner Kunstbetrieb heißt: Die neue Galerie sollte möglichst Kingsize-Format haben. Erkennbar wird das bei gesellschaftlichen Ereignissen wie der kürzlichen Eröffnung von sechs Galerien am Hamburger Bahnhof. Die Location ist eine ehemalige Lagerhalle zwischen Heidestraße und Spandauer Schifffahrtskanal, die die Immobilienfirma Vivico mit Millionen-Euro-Einsatz zum neuen Kunststandort umfunktionierte. Immerhin 2500 Quadratmeter gehören nun der Präsentation der zeitgenössischen Kunst. Der neue Kunst-Campus ist ein weiterer wichtiger Baustein, der den traditionellen Galerien-Großstandorten wie New York oder London Konkurrenz macht. Da ist man auf einem guten Weg: über 400 Galerien für moderne Kunst jeglichen Genres, mit ihren Lieblingsquartieren in Neu-Köln, Berlin-Mitte oder Kreuzberg beherbergt die Kreativ-Stadt, und monatlich kommen neue dazu.

Statistiker zählen rund 6000 Künstler, die nicht nur für eine fast einmalige urbane Kreativ-Dichte sorgen, sondern auch dafür, dass internationale Großereignisse wie Biennalen oder Documenta-Expositionen überwiegend mit Kunststücken aus Berlin beliefert werden. Was im Umkehrschluss der Galerist Kristian Jarmuschek, inzwischen ansässig im Kunst-Campus, so in Worte fasste: “ Man kann sich eigentlich nicht mehr erlauben, nicht hier in Berlin vor Ort zu sein. Denn hier wird zu sehen sein, was in den nächsten Jahren angesagt ist.“