Es ist wie immer, wenn etwas Altes, Zerstörtes, Renoviertes, Erneuertes und lange Vermisstes wiedergesehen werden kann. Die Meinungen sind geteilt, einerseits entsetzt, enttäuscht, andererseits begeistert, enthusiastisch.

Stüler – Chipperfield. Für die einen ist dieses Aufeinanderprallen verschiedener Welten, Zeiten, Stile ein gelungener Dialog mit der Geschichte des Museums, eine Umarmung Stülers und Chipperfields, für die anderen ein Kampf zweier unversöhnlicher Widerstreiter. Niemand kann und konnte es allen jemals recht machen, Chipperfield hat es auch gar nicht erst versucht. Wie auch, war doch die Kriegsruine 60 Jahre lang verwittert. Er verweigert glücklicherweise die übliche Totalrenovierung. Und so ist das Ergebnis einfach nur wunderbar, nicht voller Widersprüche, sondern voller Dialog zwischen gestern und heute. Man kann Chipperfield nur danken für seinen Mut, notwendig Neues zu wagen und seinen Respekt, Stüler zu erhalten, dort, wo beide nur gewinnen konnten.



Vor und nach der Renovierung

2009: Das Neue Museum beherbergt wieder das Museum für Vor- und Frühgeschichte, die Ägyptische Sammlung und Nofretete, nach langer Zeit des Exils ist sie endlich wieder zu Hause. Das Museum war und ist der Schlüsselbau für die Museumsinsel, die von König Friedrich Wilhelm IV. gewünschte „Freistätte für Kunst und Wissenschaft”.

Stülerbau von Innen