Soho in der deutschen Hauptstadt? Soho, New York? Soho, London? Das hört sich erst einmal gewaltig anrüchig an, will dann aber ganz anders verstanden sein. Richtig aufmerksam auf diesen britischen Import wurden die Berliner erst, als Damian Hirst die Aftershow zu seiner Berliner Ausstellung hier feierte.

Hier? Im Soho House in der Torstraße 1, einem mehrstöckigen Sandsteinpalast der berühmten 20er Jahre mit schicksalhafter Vita. Kaufhaus, Enteignung des jüdischen Besitzers, Sitz des Reichsjugendführers der NSDAP, danach der Parteiführung der SED, jetzt Filiale einer Londoner Institution des elitären Soho House, eines Member’s Club mit dem Anspruch, im Gegensatz zu den traditionell ‚verstaubten’ Clubs der britischen Hauptstadt in die Zeit passen zu wollen, was auch ein täglicher Beitrag von 3.28 Euro signalisieren könnte. Ist dieser doch der 365. Teil des Club-Beitrags von jährlich 1200 Euro, welche Mitglieder in die Lage versetzen, sämtliche Räumlichkeiten und Offerten des Soho Houses zu nutzen.

Es gibt jedoch pro forma noch zwei billigere Varianten, denn mit jährlichen 600 und 900 Euro ist man zwar auch Mitglied, jedoch die exklusiven Clubräume bleiben einem bei diesen Beiträgen verschlossen. Psychologie ist alles!