Was tut ein Fondsmanager, wenn er rechtzeitig seine Firmenanteile verkauft hatte? Im Fall von Gerhard Schöningh eine Galopprennbahn, denn der heute 47-Jährige war neben einer solchen aufgewachsen und hatte sich diese Affinität bis heute erhalten. Zurück zum Fondsmanager. Sie erinnern sich noch an einen der spektakulärsten Skandale der Finanzgeschichte, an einen gewissen Nick Leeson, der die Londoner Barings Bank in den Ruin getrieben hatte.
Schöningh arbeitete damals dort. Machte sich umgehend mit einem Kollegen selbstständig, mit großem Erfolg, stieg rechtzeitig aus und kaufte sich einen Kindheitstraum: „Hoppegarten“, zu Kaisers Zeiten und bis zum 2. Weltkrieg das Mekka des deutschen Galoppsports. Die Gelegenheit war günstig, denn der Union-Club, vor wie nach der DDR-Zeit Besitzer, ging 2005 insolvent, war also pleite. 2008 erwarb Schöningh die Bahn. Hoppegarten ist seitdem die einzige Rennbahn, die total in privater Hand ist.
Schöningh überstürzt nichts. Er investiert jährlich ca. 1 Million, wirbt um Sponsoren, schiebt den sportlichen Teil langsam an. Am letzten Renntag 2009 gab es im 4. Rennen eine Rekordquote: Der Preis des 1. FC Union Berlin war der Einlauf Violet Shelly – Nouvelle Amie – Tumult – Free Sky.
Für 10 Euro gab es in der 4er-Wette 600 000 Euro.
Am gleichen Renntag wurde auch der Preis der Deutschen Einheit gelaufen. Gesponsert von der Westminster Unternehmensgruppe. Hoppegarten und Gerhard Schöningh sind auf einem guten Weg. Die Rennsaison 2010 beginnt am 4. April und endet am 3.10. wieder mit dem Preis der Deutschen Einheit Ein Höhepunkt dürfte der 23. Mai, Pfingstsonntag, mit der Diana Trial sein.

